Am 24. Februar fand an der Johannes-Gutenberg-Schule in Gernsheim eine 90-minütige Diskussionsrunde für die 10. Klassen statt. Thema war das neu beschlossene Wehrgesetz und was es für junge Menschen bedeutet. Eingeladen waren Vertreter der Bundeswehr und des DRK-Kreisverband Groß-Gerau. Organisiert wurde die Veranstaltung von Susanne Crößmann (PoWi-Fachlehrerin) mit der Unterstützung aller PoWi Lehrkräften, die in den 10. Klassen unterrichten.

Ein Jugendoffizier der Bundeswehr erklärte, wie sich die Sicherheitslage in der Welt verändert hat und welche Aufgaben die Bundeswehr heute hat. Geplant ist derzeit ein freiwilliger Wehrdienst von 6 bis 23 Monaten. Wer bis zu 12 Monate dient, soll vor allem im Heimatschutz eingesetzt werden, also zum Beispiel wichtige Einrichtungen in Deutschland schützen. Erst ab 12 Monaten Dienstzeit erfolgt der Einsatz in der regulären Truppe. Nach dem neuen Gesetz müssen alle 18-jährigen Jungen einen Fragebogen zur Eignung ausfüllen. Für Mädchen ist das freiwillig. Welche Strafen drohen, wenn der Fragebogen nicht ausgefüllt wird, ist noch nicht endgültig geklärt.

Herr Kleeberg vom DRK erklärte die Situation im sozialen Bereich, etwa in der Pflege, im Rettungsdienst und im Katastrophenschutz. Seit dem Ende des Zivildienstes im Jahr 2011 fehlt dort viel Personal. Besonders in der Betreuung älterer Menschen mussten Angebote gestrichen werden. Deshalb wünschen sich beide Vertreter mehr Freiwillige oder einen neuen Sozialdienst für beide Geschlechter.

In der Diskussion ging es auch um die Rolle Deutschlands im Verteidigungsfall. Deutschland wäre vor allem für Logistik, also Transport und Versorgung, zuständig. Beide Referenten betonten, dass es hier noch Verbesserungsbedarf gibt.

Am Ende stimmten die Schülerinnen und Schüler probeweise ab, wer sich freiwillig melden würde. Nur wenige entschieden sich klar dafür, viele waren noch unsicher. Ziel der Veranstaltung war es, sich eine eigene, gut überlegte Meinung zu bilden.